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Berlin: Liberty City

So, nach einer Woche Berlin gibts auch mal ein Statement dazu. Nach knapp 11h Zugfahrt kam ich in Berlin Hbf an und das erste das einem auffällt, man wird um Geld angebettelt. Das einzig Merkwürdige dabei ist aber, dass der Typ sich äußerlich kaum von mir unterschieden hat, war also mehr oder minder gepflegt angezogen.. naja, vielleicht auch ein Zufall.

Dann gings ab zu Dropping Knowledge, die veehrten Studienkollegen besuchen und siehe da, der Empfang war schon mal mehr als nett. ca. 15 junge MMA-Studenten verbringen in einer Athmosphäre, die an Landschulwoche in der Großstadt erinnert, ihre Sommerzeit. Mitten in Berlin, genauer die Gegend Prenzlauer Berg, wird man das Gefühl nicht los sich nur knapp 15min vom Meer entfernt zu befinden… Sommerfeeling pur.

Die etwas Erfahreneren und mittlerweile 4 Wochen hier stationierten Kollegen, führen mich auch sogleich in ein mittleres Paradies aus billigen Imbissbuden und Pubs/Beisln ein. Nirgends ist die Konzentration an Lebenskünstlern größer, zumindest scheint es so, und alles ist heile heile Welt. Ich vermute mal, alle Filme zu Kreuzberg wurden hier gedreht und nicht in den Bereichen Neu-Köln und Kreuzberg selbst.

Nach 2-3 Nächten Schlafsack und Iso-Matte findet man auch so was Ähnliches wie eine Wohnung. Da hier das Wort Wohnungs-Nomade aber erfunden worden zu sein scheint, sind die Zimmer meist mit dem Notwendigsten ausgestattet und mehr oder minder baufällig, was einem geneigten Leser der Kinderbuchserie “Die Kinder aus Nr. 67″ auch sofort nochmal 60 Jahre zurückversetzt. Apropos Kinderträume, die Schauplätze von “Emil und die Detektive” wollen auch noch besucht werden und bereits die Zugfahrt weckte Erinnerungen(wenn auch wohl mehr aus Sorge um das mitgeführte Kleingeld).

Was noch viel mehr auffällt ist der multikulturelle Mix. Kaum ein Tag an dem man nicht das Gefühl hat, alle Aussteiger und Weltreisende haben sich hier versammelt um der Stadt mit dem “Alex” die Ehre zu geben. Wie die Überschrift bereits verrät. Freiheit ist hier das Credo, es scheint die Dogmen der 68er haben zumindest teilweise überlebt und sich hier ein mittleres Biotop geschaffen. Vielleicht ist auch diese Feststellung mit ein Grund um in seiner Meinung über die Fortschrittlichkeit Berlins nicht ganz schlüssig zu sein. Die Stadt ist alt, nicht dreckig wie ich zu anfangs glaubte, aber lebhaft. Der allzeit vorhandene Charme dieser Stadt ist berauschend und bedrückend zugleich, denn ein Tag folgt dem anderen und manchmal wird man das Gefühl nicht los sich hier für immer verlieren zu können und dies einem selbst und allen anderen nicht mal auffällt. Die Anonymität der Großstadt bekommt eine ganz eigene Bedeutung, die Menschen sind offen im Umgang miteinander, den bereits nach dem nächsten “Karlsberger” hat man sich zum ersten und damit auch letzten mal gesehen, nett wars…

Da ich ja aus der wohl gern als provinzialer Kleinstadt bezeichnetem Salzburg stamme drängt sich für mich natürlich ein Vergleich auf. Ich hab die Stadt Salzburg, überschaubar und als Ganzes zu Hause, hier hab ich meinen Kiez, der Unterschied?. Bis jetzt war keiner zu finden.

“Die Stadt ist immer das was man aus ihr macht.”

so long h.

PS.: Fotos folgen.

Update: Fotos

berlin_crew.jpg

Flickr


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