Ich surfe täglich mehrere Stunden im Netz, bin an Technik mehr als nur interessiert und kenne meist die tagespolitischen Themen und Nachrichtenmeldungen, d.h. ich lese auch täglich mindestens eine Tageszeitung in Papierform und mehrere Onlinemedien, sowie Blogs und das wie bereits erwähnt, tägich. Kurz und knackig zusammengefasst, ich bin wohl so etwas wie wohlinformiert und aufgeklärt in meiner Meinungsbildung.
Weiters, falle ich in die begehrte Zielgruppe der 20er, die anscheinend von der Werbung vergöttert werden, weil sie, was weiß ich, zukünftige oder jetzige Einkaufsmaschinen sind, denen Konsumieren im Blut liegt. Ich bin die, XBox, Playstation, iPod, Notebook, Web 2.0, Amazon Generation.
Warum diese Aufzählung. Vor kurzem kam ich in den Genuss ein Buch zweier Selbstdarsteller(Jung v. Matt – Momentum) zu lesen, dass leider viel zu viel Wahrheit enthält. Es gibt keine Zielgruppen(grob aus dem Kontext gerissen, aber doch nachvollziehbar) auf die man sich konzentrieren könnte und das Web ist weder jetzt noch in Zukunft ein signifikant wichtiges Werbemedium. Um es nicht zu verfälschen, wichtig ist/wird es schon, allerdings die Budgets werden immer weit unter denen klassischer Kampagnen sein, da grob formuliert ein Produkt, bei kaum definierbaren qualitativen und optischen Unterschieden zum Konkurrenzprodukt, nur dann verkauft wird, wenn sich der zukünftige Besitzer damit vor anderen identifizieren kann (Meiner ist am größten….).
“Der Nachbar muss wissen dass ein BMW ein tolles Auto ist, sonst bringt mir die Investition nichts.”
So, nun zur Verknüpfung mit dem ersten Textteil. Heute gelesen beim Werbeblogger, kam mir zu diesem Artikel folgender Gedanke:
“Sind wir, die Menschen der Kreativbranche, nicht ein bißchen zu arrogant wenn wir glauben zu wissen was wichtig ist?”
Bin ich nicht viel mehr ein Nerd denn ein Opinion Leader. Ein schönes Beispiel hierzu. Seit ich für Agenturen arbeite, versuchte ich immer einen meiner Meinung nach “Normmenschen” nach der abgelieferten Arbeit zu befragen, wie er den dieses und jenes fände. Das ernüchternde Ergebnis ist, dass mehr als die Hälfte gar nicht und der Rest der Arbeit nur zum Teil so verstanden wird wie ich oder das Team sich das gedacht haben.
Ein Grund liegt vielleicht in der These, “Mach was subtil, dann wirkts intelligent”, die anscheinend nicht nur ich oft unbemerkt verfolge. Oder um nochmal auf einen Jung v. Matt Satz aus dem Buch einzugehen. Warum gilt folgender Satz
“Mach die Typo so groß das es weh tut und dann verdoppels nochmal”
im erweiterten Sinn nicht für alles was wir tun. Wir sollten mal versuchen, einfach das zu sagen was wir uns denken und nicht hinter subtilen Konstrukten verstecken. Wie bereits bei der gestern erwähnten Audi-Website Rythm of Lines. Die funktioniert vielleicht einfach deshalb, weil sie folgende Aussage verkauft.
“Audis sind schöne Autos”
Schöne Musik, schöne Farben, ein bißchen was zum Spielen, der User kann eigentlich nix falsch machen, weil ihn dieses 3D-Ding so begeistert und so im Endeffekt alles irgendwie ästhetisch wirkt und die Verknüpfung zu dem Produkt eingebrannt ist. Ich war auf der Website vielleicht 2 mal und das auch nur für ein paar Sekunden, aber die Nachhaltigkeit die hiermit produziert wird entdeckt man im Jahr höchsten 5 oder 6mal bei Webkampagnen.
So, jetzt hab ich auch noch den Faden verloren. Ende.